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 Bericht über den 11. Deutschen Nachlasspflegschaftstag vom 09.03.2018 in Kassel

 

Die Hoerner Bank AG hat inzwischen zum 11. Mal eine Fortbildungsveranstaltung zum Thema Nachlasspflegschaft veranstaltet.
Die äußeren Umstände (Tagungsort und -raum sowie Verpflegung) waren gewohnt perfekt. Die fünf Vorträge wurden von echten „Könnern“ gehalten.

Frau Rechtsanwältin Risse, Paderborn ist selbst erfahrene Nachlasspflegerin und hat die Veranstaltung fachlich mit einer allgemeinen Einführung in das komplexe Gebiet der Nachlasspflegschaft eröffnet.
In sehr gut verständlicher Art und Weise hat sie – insbesondere für Neulinge im Bereich der Nachlasspflegschaften – wertvolle Hinweise gegeben.

Nicht nur aufgrund seines Dialekts war es angenehm, dem nächsten Referenten, RA Dr. Schilchegger aus Österreich zum Thema „Verlassenschaftskurator – Nachlasspflegschaft in Österreich“ zuzuhören.  Nach einer kurzen allgemeinen Einführung in das österreichische Erbrecht (keine Universalsukzession bei unseren Nachbarn !) stellte Dr. Schilchegger die sieben unterschiedlichen Kuratorien vor.  Von praktischer Bedeutung dürfte dieses österreichische Gegenstück zur Nachlasspflegschaft allerdings lediglich für die Teilnehmer aus dem angrenzenden Bayern gewesen sein.

Als dritter Referent hat Notar Prof. Thomas Reich, Lichtenfels, über unternehmenssteuerrechtliche Aspekte bei Erbfällen gesprochen. Dieser Vortrag war hochspeziell und nur für einen Bruchteil der Fortbildungsteilnehmer (z.B. für die auch als Insolvenzverwalter in großen Verfahren tätigen Nachlasspfleger) von praktischer Relevanz.

Rechtsanwältin Dr. Herzog aus Würselen hat sich als absolute Spezialistin für digitalen Nachlass präsentiert und alle Fortbildungsteilnehmer sehr anschaulich dafür sensibilisiert, dass ein zur Nachlassmasse gehörender laptop nicht ohne weiteres vom Nachlasspfleger veräußert werden sollte.

Unser Kollege Horst Bestelmeyer hat dann den fachlichen Teil mit seinem Vortag über aktuelle Entwicklungen im Erb- und Nachlassverfahrensrecht in gewohnter Art und Weise beendet, was besonders für alle Rechtspfleger von praktischer Bedeutung war.

Zusammenfassend bleibt festzustellen, dass auch die Teilnahme am 11. Deutschen Nachlasspflegschaftstag für die Rechtspfleger eine Bereicherung gewesen sein dürfte.Sicher waren nicht alle Themen für unsere Berufsgruppe von praktischer Bedeutung, aber diese Fortbildung ist ja auch für andere Berufsgruppen konzipiert. Wie immer besonders wertvoll war die Möglichkeit mit Kollegen aus anderen Bundesländern ins Gespräch zu kommen, Kontakte zu knüpfen und Erfahrungen auszutauschen.

geschrieben von: Dirk Dietzel, Rechtspfleger am AG ESA