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Die Rechtspfleger sind die zweite Säule der Dritten Gewalt. Sie treffen an Gerichten und Staatsanwaltschaften unabhängige Entscheidungen, die ihnen durch das Rechtspflegegesetz vom Richter übertragen worden sind. Hauptschwerpunkt der Tätigkeit sind die sozial, wirtschaftlich und gesellschaftlich wichtigen Bereiche der Freiwilligen Gerichtsbarkeit und der Vollstreckung.

 

Der Beruf des Rechtspflegers hat seinen Ursprung im Gerichtsschreiber, früher einer Hilfskraft für den Richter. Viel hat sich seitdem geändert. Rechtspfleger gibt es in allen Abteilungen der Gerichte und sie üben selbstverantwortlich vielfältige Aufgaben aus. Sie bearbeiten z.B. Zwangsvollstreckungen, Insolvenzverfahren, Nachlassverfahren, Grundbuchsachen und Registerverfahren.

In Zwangsversteigerungsverfahren wird nach der Anordnung der Wert der Immobilie festgesetzt und der Versteigerungstermin abgehalten. Nach dem Zuschlag an den Ersteher wird der Erlös an die Gläubiger verteilt.

In Insolvenzverfahren begleitet der Rechtspfleger das gesamte Verfahren ab der Eröffnung. Er beaufsichtigt den Insolvenzverwalter, leitet die Gläubigerversammlungen und erteilt am Schluss des Verfahrens dem Schuldner die Restschuldbefreiung.

Einen Vorgesetzten haben Rechtspfleger in ihrem Berufsalltag nicht. Der Rechtspfleger handelt sachlich völlig unabhängig und entscheidet ausschließlich nach Recht und Gesetz. Hierbei sind immer wieder die verschiedensten Interessen gegeneinander abzuwägen, so dass Entscheidungsfreude eines der wichtigsten Merkmale für den Beruf ist. Die Unabhängigkeit des Rechtspflegers kann und muss allerdings in den nächsten Jahren weiter gestärkt werden durch eine größere Autonomie der Justiz, d.h. durch deren Selbstverwaltung.

Befähigt wird der Rechtspfleger durch ein 3-jähriges Studium an einer Fachhochschule, das theoretische und praktische Ausbildungsabschnitte verknüpft. Es deckt bereits alle Gebiete ab, in denen Rechtspfleger nach dem Studium arbeiten können. Viele Länder stellen bedarfsgerecht ein, so dass die Übernahmeaussichten nach erfolgreichem Abschluss des Studiums für diesen  verantwortungsvollen und interessanten Beruf gut sind.

 

Die Bundesagentur für Arbeit stellt den Beruf des Rechtspflegers in einem Filmbeitrag vor.

 

Das Wolfsburger Blatt veröffentlichte am 15.05.2014 einen Artikel zum Berufsbild des Rechtspflegers.

 

In der Zeitschrift "Juristisches Büro" vom März 2014 berichtet unser Kollege Stefan Lissner vom Landesverband Baden-Württemberg über aktuelle Entwicklungen zum Berufsbild des Rechtspflegers.