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Wir können 16 Rechtspfleger/innen in Thüringen begrüßen,

herzliche Glückwünsche zum erfolgreichen Abschluss und Willkommen in der Praxis!

 

Unser Rechtspflegernachwuchs des Abschlussjahrgangs 2017 erhielt am 20.10.2017 in der HHFR in Rotenburg mit den Hessischen Kolleginnen und Kollegen die Diplomurkunden überreicht.

Eine Thüringer Kollegin hat sich in Niedersachsen beworben und ist dort angekommen. Hier sei die Frage an das OLG gestattet, ob es nicht rechtzeitig möglich gewesen wäre, zu signalisieren, dass sie in Thüringen relativ heimatnah Verwendung gefunden hätte? Tatsächlich wäre nach der vorgenommenen Verteilung ein Einsatz in Thüringen realisierbar gewesen. (Ein Thüringer und zwei Hessen haben es leider nicht geschafft).

Die meisten Diplomanden kommen in die ordentlichen Gerichtsbarkeit, die StA Meinigen und das SG Gotha können sich ebenfalls über einen Neuzugang freuen. Neun der 16 Kollegen sind schon Mitglied des BDR Thüringen, die „fehlenden“ sollten wir noch zu unserer Verstärkung gewinnen!

Thomas Metz, Staatssekretär im Hessischen Justizministerium, hielt die Festansprache. Er beglückwünschte die Absolventen, bedankte sich für ihr Engagement in der Ausbildung sowie die Unterstützung durch Eltern, Freunde und vor allem bei den Lehrern und Ausbildern der HHFR sowie den an den Ausbildungsbehörden.

Wie auch die weiteren Grußredner wünschte er ihnen viel Geschick vor allem im Umgang mit den Menschen und mit den vielfältigen Aufgaben die unser Beruf bereit hält. Er verwies gleichzeitig auf die besonderen Herausforderungen, die der elektronischen Rechtsverkehr für die Zukunft an uns stellt.

Die neue Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Rechtspfleger trat mit Wirkung zum 01.09.2017 in Kraft. Sie wird diesen Aufgaben durch die Verstärkung des fachtheoretischen Teils, von 18 auf 24 Monate, durch neue Inhalte, die Anpassung des Fächerkanons und die Aufnahme von Schlüsselkompetenzen Rechnung tragen. Die Hessischen Kollegen können sich allerdings auch insgesamt über einen „Personalaufwuchs“ freuen…

Er würdigte ergänzend die Vorteile der flexiblen Arbeitszeit, die seit 2015 inzwischen fast flächendeckend in Hessen eingeführt ist. Besonders hervorgehoben wurden die höhere Arbeitszufriedenheit, besseres Abfangen von Belastungsspitzen, frühere Rückkehr aus der Elternzeit, Chancen für den ländlichen Raum…

Unsere Hoffnung bleibt, dass das auch die anwesenden Verantwortlichen in Thüringen gehört haben. Unser Projekt dazu wurde mit dem Bemerken vom TMIK, nach anderthalb Jahren(!), mit „noch nicht entscheidungsreif“ versehen und seitens des TMMJV und des OLG bisher nicht weiter verfolgt.

Der Rektor der HHFR, Herr Seitz, stellte in seiner Rede die besonderen Eigenschaften, die der Beruf des Rechtspflegers mit sich bringt ,hervor: hohes Verantwortungsbewußtsein, große Entscheidungsfreude und soziale Kompetenz. Er verband damit die Hoffnung, dass die HHFR entsprechendes Rüstzeug für diese Ansprüche vermitteln konnte.

Der Präsident des OLG Frankfurt Main, Herr Dr. Possek, schlug einen weiten Bogen und vermittelte allen, die Türen stehen weit offen. Die Kolleginnen und Kollegen an den Gerichten und Staatsanwaltschaften freuen sich auf ihre neuen Kollegen. „Wir brauchen sie!“ Er sprach von der großen Erfüllung, die der Beruf der Rechtspfleger dem Einzelnen durch die Vielfalt der Aufgaben, die Verantwortung und die Unabhängigkeit in der Entscheidung bringt. Er wies deutlich darauf hin, dass die Rahmenbedingungen durch Reichsbürger, Populismus und Geschichtsvergessenheit. schwieriger geworden sind. Er erwartet von den jungen Kollegen, wie von allen anderen im Justizdienst, dass wir den Rechtsstaat, der sich in Bedrängnis befindet, vehement gegen entsprechende Angriffe wirksam verteidigen und schützen.

Für Thüringen richtete stellvertretend der Präsident des Jusizprüfungsamtes Herr Homberger seine Glückwünsche und Grußworte an die Festversammlung. Er sah es als unmittelbare Herausforderung beim Berufsstart an, das erworbene theoretische Rüstzeug in der Praxis erfolgreich anzuwenden, zu sehen und zu prüfen, was es in der täglichen Arbeit wert ist. Gleichzeitig wies er daraufhin, dass das Lernen weiter gehen wird.

Lothar Dippel, Vorsitzender des BDR Hessen und Vorsitzender des HPR richtete auch im Namen des BDR Thüringen und des HPR seine Gratulation und seine Worte an die Absolventen. Er bestätigte die von Dr. Possek erwähnte Zufriedenheit zur Berufswahl.

Gleichzeitig übte er Kritik an der Beförderungspolitik und der noch nicht erfolgreichen Anwendung der Arbeitszeitflexibilisierung für die Kollegen der HHFR im Bereich Rechtspflege.

An Thüringen gerichtet unterstützt er unser Anliegen zur Arbeitszeitflexibilisierung und berichtete von guten Erfahrungen damit bei den Hessischen Kollegen, auch beim Homeoffice. Es blieb nicht unerwähnt, dass der Einsatz vieler Kolleginnen und Kollegen im IT- Bereich zu immer höheren Belastungen für die ursprünglichen Rechtspflegeraufgaben führen. Dafür ist aber in Hessen mit Personalmehrungen zu rechnen. Es gibt für Rechtspfleger keine Reserven. Er versicherte, dass die Justizverwaltungen beider Länder im Zusammenspiel mit den Personalräten und dem Verband bestrebt sind, die Wünsche der Kollegen für einen heimatnahen Einsatz im Laufe der Zeit zu erfüllen.

Er lud die neuen Kollegen zu den bevorstehenden Rechtspflegertagen am 30.11.2017 in Thüringen und am 18.04.2018 in Hessen ein.

 

 

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geschrieben von: Barbara  Zwinkau